Städtetour Teil II – Lissabon

Gut gefrühstückt brachen wir von Leixoes auf und fuhren in einem Gespann mit noch drei anderen Booten Richtung Südwest. Wieder einmal kämpften wir uns durch dicken Nebel, der es unmöglich machte, allen Fischerfähnchen rechtzeitig auszuweichen. Zum Glück hatten wir Javik an Bord, der mit unserem Nebelhorn lautstark im Sekundentakt trötete und uns zumindest für entgegenkommende Boote gut hörbar machte. Die Fahrt war insgesamt sehr angenehm. Wenig Wind, mäßige Schaukelei und gegen Abend sogar segelbar!

Mitten in der Nacht weckte uns Ben unverhofft auf: Delphine, Delphine überall. Kommt schnell hoch! Und tatsächlich, ich konnte ihr Pfeifen im Rumpf sogar hören! Javik war auch gleich hellwach und Junus bei dem Gekreische natürlich auch. Schnell krabbelten wir aus unseren Kojen und versammelten uns alle im Cockpit. Obwohl es stockfinstere Nacht war, konnten wir die Delphine überall um uns herum sehen. Die Delphine schossen pfeilschnell um unser Boot herum und zogen einen leuchtenden Lichtschweif vom Meeresleuchten hinter sich her. Das Meer war durchzogen von leuchtenden Delphinen, die mit uns um die Wette schwammen. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an dem Meeresleuchten und dem Naturspektakel um uns herum.

Am späten Nachmittag kamen wir sehr glücklich aufgrund der ereignisreichen Überfahrt in Caiscais an und entschlossen uns nach den vielen Hafentagen in Leixoes, in der Bucht zu ankern. Am nächsten Morgen konnte ich mich, wenn auch etwas unfreiwillig, von der doch merklich wärmeren Wassertemperatur überzeugen. Unfreiwillig, da ich leider samt Kleidung von der Badeleiter ins Wasser bei dem Versuch fiel, Javiks Angel aus dem Wasser zu retten, die ihm natürlich MAL WIEDER über Bord gefallen war. Leider konnten wir in der Bucht nicht lange verweilen, da im Hafen Oeiras, ein Vorort von Lissabon, bereits reihenweise Pakete und Arbeit auf uns warteten.

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In Oeiras verbrachten wir zwei Wochen. Die Zeit verging wie im Flug. Wir bastelten ein bisschen am Boot und gingen viel Baden
im Hafen eigenen Meerwasser-Pool, den wir in der Nebensaison sogar meistens ganz für uns allein hatten. Wir fuhren nach Lissabon in den Zoo, wobei Javik bei jedem Tier fragte: Kann man essen? Endlich schafften wir es auch mal wieder zum Lindy Hop tanzen, fuhren in das architektonisch wundersame Bergdorf Sintra und sammelten Ben’s Bruder Moritz ein, der die nächste Woche mit uns bis nach Lagos mitfahren wollte.

Langsam breitet sich das Gefühl bei uns aus, angekommen zu sein. Da wo wir hinwollten – oder besser, was wir fühlen und erleben wollten scheint einzutreten. Ein Alltag auf einem Boot, immer unterwegs und viel zusammen erleben. Vielleicht merken wir es am ehesten an den Tagen, die einfach dahin schwinden. Das macht den Unterschied zum Urlaub aus. Lassen wir aber die vergangene Wochen durch unsere unzähligen Fotos und Erinnerungen Revue passieren, erfüllen uns die Erinnerungen mit Glücksgefühl. Auch wenn es schwer war am Anfang. Wir sind da!

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