Video von der Atlantiküberquerung

Ich darf stolz das Video zu unserer Atlantiküberquerung präsentieren. Mein Mitsegler Andreas Schiebel hat sich die Mühe gemacht und ein tolles Video der Tour zusammen geschnitten. Für mich hat er die Stimmung an Board wunderbar eingefangen. Ich bedanke mich sehr lieber Andreas!

Alltag auf der Lady

– Antigua –

Seit 8 Monaten sind wir nun am Reisen und leben auf unserem Boot. Unter den Seglern heißt es, es dauert etwa ein Jahr bis man sich tatsächlich auf einem Segelboot eingerichtet hat und heimisch fühlt. Mir scheint es, als würde das Einrichten, Umbauen, Optimieren, Reparieren nicht aufhören, aber wir haben ja auch noch vier Monate Zeit dafür.

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Flaggenwechsel

– Guadaloupe –

Barbados, Martinique, Dominica, Guadaloupe… die Inselnamen und Staaten, die wir langsam nach Norden passieren reihen sich aneinander. Namen, mit denen man im Vorhinein nur vage Dinge verbunden hatte, vielleicht mal in einem Magazin einen Bericht gelesen, oder in anderen Reiseblogs erwähnt wurden. Jetzt liegen sie auch in unserem Kielwasser. Zusammen mit Erinnerungen an Buchten und Strände, Begegnungen, Klänge und Erlebnissen sowie hunderten von Fotos vermischen sich die letzen Wochen bereits jetzt teilweise zu einem Brei. Man muss schon die Namen der Buchten der Reihe nach aufzählen und das dort erlebte sich vor Augen führen, um den einzelnen Orten gerecht zu werden. Martinique verschwimmt zu einer Insel, doch in den einzelnen Buchten erlebten wir so unterschiedliches, dass die sortierten Fotos uns oft einiges erst wieder ins Gedächtnis rufen, und meistens lächeln und strahlen lassen.

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Karibische Nächte

 – Martinique –

Ich sitze spät nachts auf dem Deck und lausche den Klängen von karibischer Salsa, die von Land her auf mich zu wehen. Es ist stockfinstere Nacht und lau warm. An einen Pulli oder ähnlich Langärmliges habe ich schon seit Wochen nicht mehr gedacht. In Deutschland ist es gerade -10 Grad und Blitzeis. Unvorstellbar. An der Reeling hängt noch unsere frisch gewaschene Wäsche und schaukelt leicht im Wind. Um uns herum ist ein Lichtermeer – Ankerlichter soweit das Auge reicht. Schätzungsweise mehrere hundert Boote liegen mit uns in der Bucht von Le Marin in Martinique. Dicht an dicht liegen wir hier mit den unterschiedlichsten Booten, meist unter französischer Flagge. Trotzdem fühlen wir uns hier etwas einsam, fehlen uns doch merklich unsere Seglerfreunde, die noch auf der anderen Seite des Atlantiks weilen. 

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Angekommen wenn die Wolken von vorne kommen

– Barbados –

Türkises Wasser, grüne Palmen zwischen ein Paar Hotels und kleiner Bebauung hinter dem weißen Sandstrand. Ein warmer kräftiger Wind lässt die knallende Sonne im Schatten wunderbar ertragen. Unfassbar klares Wasser gibt den Blick auf den mit kleinen Sandwellen bedeckten Boden frei. Ab und zu kommt ein kleiner Fischschwarm vorbei, täglich grüßen große und kleine Wasserschildkröten, die selbst wenn man schnell ins Badewannen warme Wasser springt nur gelangweilt zuschauen. Ich wache früh von der Wärme auf, die Sonne ist grade aufgegangen und springe ins herrliche – nein herrlichste – Wasser, ohne mich überwinden zu müssen. Angekommen! 

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Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Angekommen

Update 24.12.2016 von Steffi

Passend zu Heiligabend sind Ben und Crew wohlbehalten in Barbados angekommen. Das schönste Weihnachtsgeschenk für uns alle Jetzt heißt es für mich in Deutschland auch endlich Koffer packen. Am 29. fliege ich mit den Kindern hinterher und bin schon ganz gespannt, was uns in der Karibik in den nächsten Monaten erwartet. Wir werden berichten 

Vielen Dank allen, die bei der Atlantiküberquerung mitgefiebert haben!

Steffi

Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update 22.12.2016

Das kleine Waffelfest und die Waschparade gaben ein wenig Erholung nach der Aufregung. Der Rest bringt die kleine Wetterpause und die Stimmung an Bord ist positiv. Barbados ist langsam greifbar. Dennoch hat mir die Nacht sehr zugesetzt und die nächsten Schlafphasen liege ich unruhig in der Koje. Der Schreck steckt in den Knochen, ist Feuer an Bord mitunter das Schlimmste was passieren kann. Ich bin in der Situation im Kopf alle Notmaßnahmen bereits durchgegangen. Glück gehabt, da nun auch Gewissheit besteht, dass nichts Schaden genommen hat. Ich bin sehr froh, auf dem Schiff zu dritt unterwegs zu sein. Ich hatte auch mal ins Auge gefasst, das Boot alleine zu überführen. In dieser Welle möchte ich nicht das Schiff unkontrolliert der See überlassen und stockfinster die Wellenberge runter rauschen, während ich den Innenraum nach einem Brandherd absuche. Die Tour ist selbst zu dritt bereits anstrengend und ich bin heilfroh für die Entscheidung, zwei weitere Crewmitglieder zu haben. Schließlich hat Andreas auch bereits zweimal den Atlantik überquert und weitaus mehr Erfahrung. Generell ist das Credo an Bord sicher anzukommen. Wir sind uns zum Glück einig, dass wir lieber nur mit einer winzigen Genua fahren, auch wenn mehr Segelfläche natürlich uns eher ankommen ließe. Vermutlich sind die starken Böen und die See aber ausreichend, um einem klar zu zeigen, Risiko ist hier nicht angebracht! Wir haben großen Respekt!

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Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update 20.12.2016 – Position 13°31N 53°33.5W

Hitze. Das erste Mal wird es drückend warm. Wir nähern uns der Karibik, der Wind hat heute zum ersten Mal seit Tagen nachgelassen und ab und zu lässt die Dünung, ein paar Stunden schaukelfreieres Leben an Bord zu. Unbeschreiblich, wenn man plötzlich merkt wie die Muskeln langsam realisieren, dass keine Gefahr des Wegrutschens und Umkippens besteht. Fast wie ein Erschlaffen. Leider nimmt zum Abend hin das Wetter wieder seinen gewohnten Lauf. Naja, wenigstens bleibt dann der Wind so, dass wir nicht motoren müssen.

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Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update: 19.12.2016

Täglich grüßt das Murmeltier. Ich wache auf, weil ich wieder durch die Kabine fliege. Welle an die 6 Meter, Sturm, Sonne, super Ändi am Steuer. Sven im Winterschlaf. Erstmal essen. Irgendwie jeden Tag gleich. Puh… festhalten ist wieder angesagt. Aber nein, heute gibts Abwechslung! Es fängt nach meinem morgendlichen Toilettengang an. Als ich das Klo abpumpen will, halte ich plötzlich den Griff der Kolbenpumpe in der Hand. Darf nicht wahr sein, nicht einmal Pumpen wurde mir vergönnt. Wenigstens war ich auf dem Klo, denn ich bin es, der es nun ja auch auseinander bauen muss. Also Werkzeug raus, Schläuche, Eimer, Gasmaske, Handschuhe und rein ins Vergnügen. Nicht, dass das ganze im Hafen schon schwer genug gewesen wäre, die Welle erfordert eigentlich beide Hände permanent zum Festhalten. Es dauert ganze 2 Stunden bis ich alle Teile der Pumpe zusammen gefischt habe und alles wieder zusammen bauen kann. Danach wird erstmal alles gründlich geputzt. Inklusive einer ordentlichen Dusche am Heck. Ich bin schweißgebadet. Mann, die Wellen haben sich noch mehr aufgebaut und der Wind nimmt stetig zu.

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Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update: 18.12.2016 – 14°28.4N 46°21.4W

Wir zählen die Tage runter. Es wird realistisch, bis zum Morgen des 24. anzukommen. Das wäre klasse, dann hätten wir nicht das Problem mit geschlossenen Einwanderungsbehörden und sonstigen Ämtern zum Einklarieren. Außerdem könnten wir uns noch um ein Festessen kümmern, mal schauen ob es eine Bar oder unsere Kombüse wird. Es sind zwar noch immer 750sm voraus, was eine Planung vage macht, der Wind ist aber nach wie vor stark und die Wellen werden immer höher. Inzwischen wird 30 Knoten scheinbarer Wind, also plus Fahrt, kaum noch unterschritten und die Böen steigen auf über 40 Knoten. Mit winzig eingerollter 7qm Genua laufen wir unser normales Etmal. Das Meer schäumt um uns herum. Der Wind kann also noch drastisch nachlassen und wir könnten unseren Schnitt trotzdem halten. Das 2. Vorsegel sollte bald auch nochmal hochgezogen werden. Wir vermuten, dass einige fliegende Fische den Weg ins angelaschte Segel gefunden haben. Ausschütteln bevor sie steinhart getrocknet und festkleben wäre angebracht. Aber nicht bei dem Wind, das Segel würde uns um die Ohren hauen! Außerdem haben wir noch einige Kanister an Diesel, sieht also positiv aus, den Rückflug der zwei Mitsegler sowie Steffis Ankunft zu schaffen. Das beruhigt, muss sich Steffi dann nicht mit 70kg Gepäck und zwei Kindern erstmal ein Hotel suchen.

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