Bootskauf und Überfahrt ins Winterlager

Was macht man, wenn man jemanden anruft, um ein Boot zu kaufen und sie sagt: „Wir möchten mit dem Boot eigentlich einer jungen Familie eine lange Reise und einen Traum ermöglichen!“ Ich wurde ziemlich aufgeregt und hatte Probleme, meine Stimme am Telefon zu beherrschen. Hier, hier, hier! Ich fühlte mich wie ein Junge in der 1. Klasse, der die Antwort unbedingt loswerden musste. Na das passt doch wie Faust aufs Auge. Und das auch noch eine Woche bevor ich meine Elternzeit einreichen muss. Wenn das mal kein gutes Omen ist.

2 Tage später sitzt Steffi hochschwanger mit dickem Bauch in Daunenjacke im besagten Boot, jeder Atemzug steigt langsam auf und lässt alles feucht werden. Draußen stürmt es mit über 40 Knoten. Das Boot, im Dezember alleine im Hafen, krängt als wären wir auf der Kreuz. Und das soll unser Heim für die nächsten Jahre sein? Ganz schön klein. Und kalt. Und ungemütlich. Unvorstellbar und vielleicht doch ne doofe Idee? Aber es ist da, für uns erreichbar, fast neu, unverbaut und gestaltbar. Wenn nicht jetzt, ärgern wir uns, ein solches Angebot sausen gelassen zu haben! Tränen kullern. Mann, sind wir naiv.

Am nächsten Morgen wird per Handschlag über Rührei am Hotelbuffet der Kauf besiegelt. Vielleicht war es die übergroße Achterkabine, bei der mal nicht die Decken am Fußende zu einem Dreieck geschnitten werden müssen, um den Wulst erträglich zu machen. Und weil das Klo funktioniert. Beim letzten Boot musste es am ersten Tag unfreiwillig gegen die Pütz eingetauscht werden. Hat auch funktioniert und hatte Flair. Ja, das Boot wird eine Verbesserung. Wir verstehen uns gut mit Gaby, der Verkäufererin der LadySunshine und dem lebenserfahrenen Mitsegler Jürgen. Fassen Vertrauen, auch die richtige Person mit ihrem Verein und einer verrückten Idee im Hintergrund gefunden zu haben.

Manchmal muss man vielleicht ins kalte Wasser springen…

 

 

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