Unsere Motivation

Aus einem Blogbeitrag:

„Nach fünf Wochen Heimatbesuch in Deutschland freue ich mich wieder auf unser kleines Schiffchen, das irgendwo in der Karibik in einer kleinen Marina in Curacao auf uns wartet. Unsere Insel, auf der wir bestimmen wann und wohin wir segeln. Ich freue mich wieder darauf, unter einem grandiosen Sternenhimmel in einer wunderbaren Wärme nackt auf dem Heck zu duschen, jederzeit ins kristallklare Wasser zu springen. Abends noch mal schnell die Kinder ins Dinghi zu packen und an den Strand um die Ecke zu fahren, mit Javik endlos jeden Tag schwimmen zu üben, da wir einfach Zeit dazu haben. Reichlich Fisch zu fangen und jeden Abend ein Barbecue am Strand mit Feuer und Freunden veranstalten zu können, wochenlang nicht einkaufen müssen, sich keine Gedanken um „was zieh ich an“ zu machen, da – wenn überhaupt – die Badehose den Tag über anbleibt, keine Schuhe tragen müssen, jederzeit Schnorcheln gehen in einer faszinierenden Unterwasserwelt. Das Glücksgefühl nach einer mehrtägigen Seeetappe wieder Land zu sehen und wieder Ruhe im Schiff zu spüren, neue aufregende und interessante Menschen kennen zu lernen, jederzeit einfach draußen sein zu können, den Wind, die Sonne und das Meer zu spüren.

Ich freue mich Abenteuer zu erleben.“

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– Unser Plan: Los kommen! –

Bei der Suche nach einem Boot fürs Blauwassersegeln hört man immer wiederholende Geschichten vom gescheiterten Lebenstraum. Die immer wiederkehrenden 4G´s: über Jahre geplant, gearbeitet, geschuftet und dann doch gescheitert. Alter, Geld, Frau, Gesundheit, oder einfach nie gewollt aufzuhören zu träumen.

Nein, wir wollten jetzt los und wussten, es kommt nicht auf die Vorbereitung, die Scheine oder die Ausrüstung an. Nicht wenn man immer noch am Steg des heimischen Segelvereins vertäut ist. Sondern darauf irgendwann die Leinen der Sicherheit zu kappen und sich rechtzeitig in die Ungewissheit und Unsicherheit gleiten zu lassen, bevor der Bewuchs am Rumpf dich lähmt, die Leinen zu Stahlseilen werden oder der Mut dem Realismus weicht.

Und uns schien mit kleinen Kindern ein idealer Zeitpunkt. Schließlich wird es zur Schulzeit schwer zusammen eine lange Reise zu planen.

– Unser Ziel: Erleben! Und ein bisschen Wärme –

Wer mit kleinen Kindern schonmal gereist ist, wird vermutlich schon einen ähnlichen Punkt erreicht haben. Die Ziele nah zu stecken und glücklich sein überhaupt unterwegs zu sein reicht oft aus! Man muss sehr die Bedürfnisse im Blick behalten und diese auch die Reise bestimmen lassen. Ja, eine Segeltour zu planen ist vielleicht schon ein größeres Abenteuer mit Kindern. Deswegen war uns wichtig „nett“ unterwegs zu sein und das ganze nicht zu übertreiben.

Natürlich hatten wir Bilder im Kopf von weißen Stränden, Palmen und türkisem Wasser. Schließlich liegt nach der Hafenausfahrt für ein Segelschiff physisch nichts mehr im Weg bis dorthin. Wir wussten aber, setzen wir uns ein örtliches Ziel, kann es uns stressen und eventuell enttäuschen. Vielmehr wollen wir Zeit haben, Zeit genießen, Zeit gemeinsam verbringen und viele Geschichten erleben. Also setzten wir Segel in eine Richtung und segelten das Tempo das passte, klappte und sich gut anfühlte. Ziel war die Wärme. Da wo man draußen leben und im Wasser planschen kann.

– die Route –

Zwei bis drei Jahre konnten wir uns vorstellen unterwegs zu sein. Es sollte ein bisschen exotisch und warm werden, damit das Leben auf dem Segelboot auch nett ist. Und maximal weiter als westwärts bis Australien musste es aufgrund der danach folgenden Seeetappen nicht werden. Naja, das ist schon sehr weit…

Also hieß es von der Ostsee entlang der Atlantikküste Frankreichs und Spaniens zu den Kanaren. Dann auf den Passatwind springen und über den Atlantik in die Karibik. Die Hurrikansaison entschieden wir uns an Südamerikas Karibikküste zu verbringen. Schließlich verkauften wir das Boot bei einer guten Gelegenheit in Panama, da uns der Pazifik mit den Kinder doch zu weit erschien und uns nach einem Jahr karibischer Sandstrände und Inselstaaten das Landleben lockte.

Wir lebten danach bei einer Familie im Poolhaus einer Farm in Panamas Bergen und bereisten Costa Ricas Dschungel. Da wir gerne noch andere Landschaften sehen wollten und Europa noch zu kalt war, entschieden wir uns zum Schluss für einen Roadtrip durch USAs Südwesten. Drei Monate mit Wohnmobil durch Wüsten, Nebel- und Nadelwälder mit grandiosen Wanderungen war ein toller Abschluss unserer Reise.

– Resumée –

Nein, bis Australien haben wir es nicht geschafft. Aber das war auch nicht nötig… Weiteres folgt…