Beginn der Hurrikan Saison

Es ist heiß, sehr sehr heiß! Es weht kein Wind, nicht mal ein Lüftchen. Tagsüber brennt die Sonne vom strahlend blauen Himmel, so dass man sich bei Landausflügen nur noch von einem Schatten zum nächsten bewegt, um dort erst einmal schweißgebadet zu verweilen und den nächsten Schattenplatz auszuerkoren, bevor man sich wieder in die sengende Hitze begibt.

Selbst den Kindern ist es zu warm. Seitdem wir in Grenada angekommen sind, plagen sich beide mit Hitzepickeln herum. Wenn wir auf dem Boot sind, sitzt Javik stundenlang in seinem Badebottich, um wenigstens etwas Abkühlung zu bekommen. Nur zum Mittagessen ließ er sich, schon ganz aufgeweicht überreden, aus dem kühlen Nass zu steigen.

Am 1. Juni beginnt offiziell die Hurrikan Saison in der Karibik. Viele Yachties „übersommern“ in Grenada, das zwar 2004 von einem Hurrikan getroffen wurde, aber offiziell als Hurrikan Hole gilt. Lange haben auch wir überlegt, hier einen längeren Zwischenstopp einzulegen, um den Hurrikans auszuweichen. In Grenada soll es bekanntlich eine große Community mit vielen Boot-Kids geben, die sich hier den Sommer mit vielen Aktivitäten die Zeit vertreiben. Ist bestimmt toll. Aber… Wir haben anders entschieden und sind sehr froh darüber! Grenada ist nicht nur ein Hurrikan Hole, sondern auch ein Hitzeloch!

Mitte Juni wollen wir deshalb weiter ziehen. Die nächste längere Etappe steht an. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt, länger als höchstens eine Nacht unterwegs zu sein. Wir sind deshalb etwas nervös, ob alles klappt, ob wir das richtige Wetter erwischen und wie das Segeln mit unseren nun wieder etwas älter gewordenen Kindern wird. Junus klettert mittlerweile wirklich überall hoch, so dass nix mehr vor ihm sicher ist. Ich bin gespannt, wie sich sein Bewegungsdrang mit 2 Meter Welle vereinbaren lässt. Javik dagegen scheint sein Mittel gegen die Seekrankheit gefunden zu haben. Sobald es schaukelig wird, schnappt er sich ein Kissen, legt sich im Cockpit auf dem Boden und schläft so lange bis er sich an den Seegang gewöhnt hat – das kann mitunter ein paar Stunden dauern 😉

Welche Insel wir ansteuern ist gerade noch offen. Ob Los Roques (Venezuela) oder doch gleich Bonaire, die erste der ABC-Inseln, ist noch nicht entschieden. Wir haben zu viel Respekt vor der politischen Situation in Venezuela, um unüberlegt nach Los Roques zu fahren. Noch haben wir zwei Wochen Zeit, um auf unsere Freunde von der Manado zu warten, die mit uns zusammen die nächsten Etappen segeln wollen, und die restlichen Bootsvorbereitungen abzuarbeiten. Dazwischen bleibt viel Zeit, die überaus grüne Gewürzinsel Grenada zu erkunden. Unzählige Wasserfälle wollen besucht werden, mit tollen Trails zum Wandern und Gewürzen, die überall am Wegesrand wachsen und einfach nur abgepflückt werden wollen. Und wenn Wind und Wetter stimmen ziehen wir weiter gen Westen.

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