Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update 11.12.16

Ein ereignisreicher Tag. Heute Morgen aufgestanden. Segel stehen noch wie vor 3 Tagen. Frühstück, duschen, Mittag essen, Mittagsschlaf, Abendessen, Wache startet. Drei Tage sind wir nun auf See. Die nächsten Tage werden so bleiben. Die Segel einmal hoch gezogen, das wars. Nur nachts wird die zweite ausgebaumte Fock eingepackt, da genug Wind ist und die Wache so angenehmer ist. Unser Etmal ist nach wie vor super. Zoome ich die Plotterkarte raus, muss ich aber ganz schön lang das Rädchen drehen, bis am Ende der gesteckten Strecke Barbados erscheint. Morgen werden wir 1/4 hinter uns haben. Ist schon sehr weit.

Langsam bekomme ich einen Eindruck der Entfernung. Als ich im Flieger nach Gran Canaria das Meer sah, welches wir von Portugal nach Lanzarote in 5 Tagen überquerten, sah es sehr weit aus. Man konnte die lange Nord-Ost Dünung sehen. Unfassbar viele Wellenkämme bis zum Horizont. Nun steck ich wieder in jedem einzelnen Wellental und schaukel munter die Berge rauf und runter. Tag und Nacht.

Die sonstige Abwechslung des Tages blieb uns heut verwehrt. Kein Funkkontakt mit einem anderen Schiff, kein frisch gebackenes Brot, kein Fisch an der Angel, keine Delfine. Eigentlich haben wir den heutigen Tag verschlafen. Die Nacht war so rollig, dass keiner Ruhe gefunden hat. Schön, dass man den Tag dafür nutzen kann. Vielleicht sollte ich mir für morgen mal nichts vornehmen. Dann hab ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, wenn ich mein Ziel nicht erreiche. Getreu dem Motto:

„Was hast du heute getan?“

„Nichts!“

„Das hast du gestern doch schon getan.“

„Stimmt, bin aber nicht fertig geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.