Atlantiküberquerung von Kap Verden nach Barbados – Unterwegs per Satellitentelefon

Update: 13.12.2016 – Position: 15°31.7N  35°34.6W


Endlich wieder Arbeit. Das Nichtstun ist vorbei. Der Wind hat seit einer Stunde endlich mal nachgelassen, sodass wir wieder die zweite Fock als Passatbeseglung setzen können. Da wir ja nun Äquator nah segeln, können wir so mit der zweiten Fock auch endlich den Südost-Passat mitnutzen Spaß bei Seite, der Wind kommt natürlich immer noch aus Nordost. Die Wellen haben auch endlich ein wenig nachgelassen, nachdem uns heute morgen regelrecht Hauswände verfolgt haben. Vielleicht kann ich nun auch Andreas überreden, nochmal ein Sauerteigbrot zu backen. Ansonsten pendelt sich unser Leben an Bord langsam ein und die Tage vergehen sehr angenehm. Jeder kocht nach Lust und Laune, es wird viel gedöst, gelesen und Musik gehört. Abends gibt es ab und zu eine Filmvorstellung mit Popcorn. Eine sehr surreale Stimmung, man taucht in den Film ein, alles ist dunkel und plötzlich realisiert man wieder, dass man mitten auf dem Ozean ist und nicht auf der heimische Couch.

Zum Angeln konnten wir uns noch nicht so recht durchringen, da bei dem Geschaukel das Filetieren und Ausnehmen eher unangenehm wäre. Mitunter sogar den Appetit verderben kann. Außerdem hat es unserem Hauptangler Sven eher die Lust am Fisch verdorben, seitdem ihm beim abendlichen im Cockpit Sitzen ein fliegenden Fisch direkt an den Kopf geklatscht ist. Und die stinken!

Unsere Essensplanung funktioniert bisher sehr gut. Wir hatten uns gegen einen festen Menüplan entschieden, sondern vielmehr nach Lust Lebensmittel eingekauft. So können wir jeden Tag einfach frei aus den vollen Kisten schöpfen und uns neue Kombinationen ausdenken. Bewusst haben wir kein Fleisch eingekauft, da wir sonst bzgl. Lagerung gezwungen wären, es schnell zu essen. Als Alternative können wir ja die Angel wieder rauswerfen. Für morgens und abends backt Andreas köstliches Sauerteigbrot mit Roggen und Weizenmehl. Der Riesenleib hält gerade mal 3 Tage, ist aber eine tolle Alternative zum sonst so süßen Müsli. Wir probieren eine neue Sauerteigkultur anzulegen, um auch die nächsten Wochen immer wieder frisches Brot backen zu können. Der erste Versuch sah vielversprechend aus, stellte jedoch die Arbeit nach der Abfüllung in ein Einmachglas ein und musste leider entsorgt werden.

Ganz erstaunlich finde ich unseren Wasserhaushalt. Das Trinkwasser wird wie geplant verbraucht, das Brauchwasser fürs Spülen usw. wurde bisher nahezu nicht benutzt. Jetzt könnte man meinen, wir spülen in unserem Männerhaushalt einfach nicht ab. Wir verwenden ausschließlich Salzwasser für alles, nur die Gläser werden kurz klar nachgespült. Selbst die tägliche Dusche wird mit Salzwasser absolviert. Dabei hilft der Trick, Spülmittel zum Abseifen zu nutzen, da dieses auch im Salzwasser schäumt. Somit bleiben unsere 500 Liter Brauchwasser nahezu unangetastet.

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