Atlantiküberquerung von den Kanaren zu den Kap Verden – unterwegs per Satellitentelefon

3.12.2012:

Unsere ersten 4 Etmale sind zwar nicht Rekordverdächtig, aber die Bedingungen waren spitze, um sich mit Crew, Boot und der Tour vertraut zu machen. Leichte Winde, die aber – bis auf 24h – Segeln zwischen 4-5 Knoten ermöglichten. Aus südlichem Sektor bedeutete kreuzen und gelegentlich mit Halbwind segeln. Vielleicht nicht immer die direkte Route, dafür war die See nahezu glatt! Selbst die typische Atlantikdünung, die ein Segeln bei leichten Winden schwierig gemacht hätte, rollte nicht rein. Stattdessen segelt das Boot mit Windfahne wie auf Schienen ohne jegliche Bewegung, konstant mal auf dem Backbord-, mal auf dem Steuerbordbug.

Es bewahrheitete sich gestern Andreas Prophezeiung, dass der morgendlich vorbei ziehende Tanker die einzige Abwechslung des Tages sein wird! Sonst gab es nur Wasser zu sehen. Dennoch traumhaft schön, friedlich und Kopf leerend. Ich fand Zeit, den Gasfernschalter zu installieren und mittags gab es Abkühlung im Atlantik. Bekanntlich die Zeit, in der die Haie Mittagsschlaf halten. Delphine haben wir bisher nur nachts gesehen. Und da als fluoreszierenden Kometen unter Wasser.

Ein weiteres Highlight am zweiten Tag war eine Goldmakrele von für uns stattlichen 80cm. Am Tag zuvor hatten wir eine kleinere beim Einholen verloren. Diesmal entschloss sich Sven das Tier kurzerhand per Direktflug vom Wasser ins Cockpit zu befördern, wo es unmittelbar durch Andreas Fuß gesichert wurde. Eine Hand hatte er nicht frei, unser Kameramann musste Mikro und Kamera halten. Zerlegt und filetiert ergab sie ein Festmahl für 2 Tage. Ich kann mich nicht erinnern, einen so leckeren Fisch vorher gegessen zu haben. Selbst als Sushi machte er Appetit auf mehr.

Unerwartet ist, dass die noch bevorstehende lange Strecke keine Hetze oder Stress schneller zu fahren hervorruft. Ich empfinde vielmehr Ruhe, irgendwie scheint es egal zu sein, ob man 5 oder 4 Knoten fährt, direkten Kurs oder 20 Grad abweichen muss. Solange wir segeln merke ich, es geht weiter. Ändern kann ich nichts am Wind und genug Diesel haben wir eh nicht. Wasser und Essen sollte reichen.

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