Ärmelkanal mit Gegenwind

Unsere Fahrt war bisher geprägt von Gegenwind und herbstlichen Temperaturen. Das sollte auch im Ärmelkanal nicht besser werden. Der Wind kam natürlich stets aus Westen und wenn er doch einmal mit uns war, dann war es so schwachwindig, dass wir stets motoren mussten. Wir gewöhnten uns an die komfortable Fahrt unter Motor, ohne unbequeme Schräglage.

Die belgische Küste war nicht die schönste und wir motorten von einem Transithafen zum nächsten auf der Suche nach schönerem Wetter und netten Fischerhäfen. In Scheveningen war der Stadthafen übervoll, so dass wir nur im Vorhafen einen Platz zugewiesen bekamen. Uns gefiels – mussten wir für unseren Stop dort keine Hafengebühren zahlen und lagen dicht am langen Sandstrand. Wir blieben und genossen zwei Tage Sommerwetter mit nettem Besuch von unseren holländischen Freunden.

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Die nächste Etappe brachte uns nach Zeebrugge. Ein großer, wenn auch leerer Hafen. Bei Regenwetter besuchten wir Brügge und arbeiteten am Schiff. Der Motor brauchte einen neuen Dieselfilter. Bei der letzten langen Fahrt hatte sich in der Schifffahrtsstraße vor Rotterdam der Filter zugesetzt und der Motor ging immer wieder aus. Das Problem war aber schnell gelöst und seitdem hatten wir keine Probleme mehr mit der Filteranlage.

In Zeebrügge trafen wir Markus und Martin mit ihrem Schiff Herr Nielsson. Markus ist ebenfalls auf der gleichen Route unterwegs wie wir und kämpft unter Segeln mit dem Gegenwind und nicht wie wir meist unter Motor. Die nächsten Etappen Dünkirchen, Bologne sur Meer, Dieppe, Cherbourg segelten wir gemeinsam.

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Der Ärmelkanal ist bekanntlich kein einfaches Gebiet zum Segeln. Jede Fahrt muss geplant werden, Tide und Strom müssen gut kalkuliert werden. Man kann also immer nur zu bestimmten Uhrzeiten aus dem Hafen auslaufen. Wir mussten deshalb auch oft zu sehr ungünstigen Zeiten aufbrechen. Unterwegs muss ebenfalls ständig auf die Uhr geguckt werden, damit man passend mit dem Strom und Hochwasser in den nächsten Hafen einlaufen kann. Entspanntes Segeln sieht anders aus, aber man gewöhnt sich schnell daran ständig mit der Uhr zu fahren.

Der Ärmelkanal endet für uns mit den Kanalinseln. Nach der anstrengenden Tour durch den Kanal wollen wir hier etwas Urlaub machen. Vor der Insel Sark haben wir zwei Nächte geankert, bis uns ein ziemlich frischer Wind aus der Bucht verscheucht hat. Jetzt sind wir in einer traumhaften Bucht vor der Insel Herm. Das Wasser ist kristallklar, aber leider auch sehr kalt. Die Engländer baden hier trotzdem stundenlang ohne mit den Zähnen zu schlottern. Wir halten es nur kurz im Wasser aus und baden lieber in der Sonne. Endlich klappts auch mit dem Angeln. Die Makrelen beißen hier wie verrückt.

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