Abhaken der ToDo-Liste

Bei der zweiten Refit-Runde der Lady stehen schon fast nur Projekte auf der Liste, die nicht nur Abriss bedeuten, sondern auch ein schönes Ergebnis am Tagesende zum Bestaunen entstehen lassen. Hilfe bekomme ich diesmal von meinem Vater, der sich im Holzbau heimisch fühlt. Seine mögliche Projektliste ist viel zu lang, um in fünf Tagen abgearbeitet zu werden. Aber die für mich großen Fragezeichen nimmt er sich an. So entstehen, während ich die Elektrik im Schaltschrank verkable, auf wundersame Weise an anderen Stellen im Boot Regale, Unterteilungen und Batteriebänke. Das lässt sich sehen.

Die ersten drei Tage verbringe ich in der 40cm breiten Kiste für den Schaltschrank. Jedes gelegte Kabel ein Akt. Durchhalten ist die Devise, denn das Ergebnis von knapp 15 verlegten Stromkreisen pro Tag ist nicht sehr befriedigend. Als die meisten Stromkreise funktionieren, das Radio läuft und der Kühlschrank brummt, kann ich durchatmen. Ich bin zufrieden mit der Neuverlegung und kann ohne großen Aufwand Fehler schnell finden und neue Verbraucher hinzufügen. Außerdem ist alles ordentlich. Den letzten Tag klotze ich noch rein – ein neues Pütting für den Kutterstag wird eingesetzt, die Steuersäule fertig gemacht und die Instrumente eingesetzt und verkabelt, kleine Holzarbeiten beendet, das Unterwasserschiff geschliffen bis mir die Schultern brennen und die neuen Wassertanks mit der Brauchwasserpumpe verbunden.

Somit sind einige der wichtigen Projekte abgeschlossen und langsam kann der Innenraum aufgeräumt werden. Ein tolles Gefühl, denn als die Sonne raus kommt und der Salon nicht mehr von Werkzeug überquillt, lässt sich erahnen wie es sein wird hier zu leben. Das Arbeiten lässt mich mit dem Schiff zusammen wachsen und ich mag die Optik und Aufteilung weit mehr als vorher. Die Ecken sind entdeckt und ich kenne mich langsam aus. Weiß wie sich der Niedergang anfühlt und welche Ecken man umgehen muss, um blaue Flecken zu vermeiden. Als das Teak-Deck getrocknet ist und und ich mich neben meinen Vater für eine Pause ins Cockpit setze, wächst die Lust auf unsere Vorhaben. Ich muss zugeben, die viele Arbeit, die noch bevorsteht und die vielen ungewissen Punkte auf der ToDo-Liste haben mir ein wenig den Spass verdorben. Der Zeitplan ist definitiv zu knapp, aber der Sommer ruft, die Wohnung ist gekündigt und irgendwie tickt für uns doch schon die Zeit.

Schau ich mir aber die Ergebnisse an, bin ich zufrieden! Hier Bilder von vorher/nachher:

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