Zwischenstop auf den Kap Verden

Es ist Nacht und wir fliegen vor dem Wind in die Bucht. Der Wind hatte nochmal zu genommen und eine entsprechende Welle schiebt uns. Wir sehen viele Lichter und fragen uns, wo wir hier geschützt vor Anker gehen können. Ben am Radar, Andreas mit seinem Tablet als Plotterersatz, denn uns fehlen für hier die Seekarten. Sven mit dem Fernglas. Als wir dann endlich die Hafenmole identifizieren, geht es uns besser. Dahinter ist die Welle weg. Der Anker fällt spät, dennoch sitzen wir noch lange da und genießen diesen Moment, es geschafft zu haben.

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Atlantiküberquerung von den Kanaren zu den Kap Verden – unterwegs per Satellitentelefon

6.12.2016:

Die letzten Tage im Passat bescherten uns ein gutes Etmal. Knapp 125sm pro Tag sind für uns ein guter Schnitt. Das Ausbäumen beider Vorsegel ist an sich ein entspanntes Segeln, da ein großer Windwinkel gefahren werden kann, ohne die Segelstellung zu verändern. Wenn da das Rollen des Schiffes nicht wäre. Abhilfe hat das Großsegel im 2. Reff gebracht, welches mit ein wenig Druck das Rollen merklich verringert. Trotzdem müssen wir uns nachts regelrecht in den Kojen verkeilen. Unser sonst so gemütliches Essen am Cockpittisch wird mehr zum Spiel, alle Marmeladengläser, Butterverpackungen und Brotscheiben rechtzeitig aufzufangen, während sie sich plötzlich Richtung Mitsegler, zu Geschossen verwandeln. Unser Wachrhythmus hat sich eingependelt und Andreas startet bis Mitternacht, wo ich ihn ablöse. Gegen 3 Uhr kommt Sven hinzu und je nach Bedingung bleibe ich im Cockpit im 20 Minuten Schlaf zur Unterstützung, oder kann mich auch in die Koje verkeilen. Gegen 6 Uhr ist Andreas wieder im Cockpit. Tagsüber halten wir die Wachen eher offen, denn jeder, der draußen ist, hält Ausschau sowie Wind und Segel im Blick.

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Atlantiküberquerung von den Kanaren zu den Kap Verden – unterwegs per Satellitentelefon

4.12.2016 – 21°12’N 22°13’W

Heute ist es bedeutend wärmer geworden. Der Wind hatte nachts leider abgenommen und wir mussten nochmals 12 Stunden motoren. Gegen Nachmittag ist aber recht schnell Passatbewölkung aufgetaucht und wärmere Luft kommt aus Afrika. Der erste leichte Passat aus Raumschot schiebt uns nun mit knapp 5 Knoten Richtung Kap Verden. Gleichzeitig hat sich eine lange West Dünung aufgebaut, die vermutlich vom Tief vor den Kanaren stammt. Als das Schlagen im Großsegel zu stark wird und der Wind leicht auffrischt, setzen wir zum ersten Mal unsere Passat Segel. Genua und Fock werden Backbord und Steuerboard ausgebaumt und es entsteht ein riesiges aufgeblähtes Segel, welches uns merklich nach Südwest zieht. Durch das Wegnehmen des Großsegels fing gleichzeitig das Boot an kräftig zu rollen. Sven kochte uns gerade das späte Mittagessen und es rumpelte kräftig aus der Kombüse. Die Segel stehen aber gut und ich hoffe der Motor bleibt erstmal aus. Jetzt ist die Windfahme dran, die erstmal beweisen muss, ob sie auch diesen Kurs genauso gut meistert wie die letzten Tage.

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Atlantiküberquerung von den Kanaren zu den Kap Verden – unterwegs per Satellitentelefon

3.12.2012:

Unsere ersten 4 Etmale sind zwar nicht Rekordverdächtig, aber die Bedingungen waren spitze, um sich mit Crew, Boot und der Tour vertraut zu machen. Leichte Winde, die aber – bis auf 24h – Segeln zwischen 4-5 Knoten ermöglichten. Aus südlichem Sektor bedeutete kreuzen und gelegentlich mit Halbwind segeln. Vielleicht nicht immer die direkte Route, dafür war die See nahezu glatt! Selbst die typische Atlantikdünung, die ein Segeln bei leichten Winden schwierig gemacht hätte, rollte nicht rein. Stattdessen segelt das Boot mit Windfahne wie auf Schienen ohne jegliche Bewegung, konstant mal auf dem Backbord-, mal auf dem Steuerbordbug.

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Atlantiküberquerung von den Kanaren zu den Kap Verden – Start

28.11.2016:

Die Crew ist komplett. Nun noch letzte Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung. Die To-Do-Liste war lang. Die Proviantierung ist erledigt, die Gasflaschen sind neu gefüllt, wir haben ausklariert. Noch einmal Wetter checken, dann kann es losgehen.

1.12.2016:

Wir sind unterwegs. Voll gepackt mit Wasser, Essen und Diesel hieß es Dienstag um 16:30 Uhr ablegen aus Porto Mogan. Ich war schon sehr nervös die Tage zuvor, einmal weil das Wetter viel Motoren angesagt hatte, vor allem aber wegen dem, was alles am Boot kaputt gehen könnte. Schließlich scheinen die Horrornachrichten bei Langfahrtseglern, wie mahnende Mantras immer wieder neu erzählt zu werden. Schau ich mir unser Boot aber an, empfinde ich inzwischen großes Vertrauen. Die bisherigen vielen Meilen bis zu den Kanaren mussten wir nichts reparieren, ja selbst nichts austauschen, und sind mit dem Boot und seinen Eigenschaften sehr zufrieden. Jetzt bekommt unsere Lady die Möglichkeit, über die nächsten 2800 Meilen sich zu beweisen!

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